AVM-Fritz-1750E-Test

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AVM Fritz! WLAN Repeater 1750E Testbericht

Die Berliner Firma AVM hat mit dem „FRITZ!WLAN Repeater 1750E“ ein Gerät aus dem oberen Preissegment auf den Markt gebracht. Er ist mit vielen Funktionen ausgestattet und dennoch einfach zu bedienen. Was dieser Repeater kann und ob er seinen Preis wert ist, zeigen wir Ihnen in unserem ausführlichen Testbericht.

WLAN ist zweifelsohne ein Segen: Der Funkstandard ermöglicht die problemlose Einbindung verschiedenster Geräte ins heimische Netzwerk. Was sich so einfach sagt, muss in der Praxis aber nicht ganz zutreffen: Je nach Bausubstanz kann die Qualität der WLAN-Verbindung stark schwanken, sodass im benachbarten Raum die praktischen Vorteile von WLAN mitunter schon zu theoretischen werden. In solchen Situationen hilft ein WLAN-Repeater wie der Fritz! WLAN Repeater 1750E.

4.4 von 5 Sternen

EUR 74,90

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Erster Eindruck

Der Repeater wird in einer stabilen Kartonverpackung in der AVM-typischen Gestaltung mit dem gelb-roten „FRITZ!“-Logo geliefert. Ohne unnötiges Füllmaterial enthält sie den Repeater, ein Booklet mit einer umfangreichen deutschsprachigen Installationsanleitung und ein Patch-Kabel. Das Gehäuse aus weißer und grauer Plastik macht dank der polierten Oberfläche einen wertigen Eindruck.

Laut Hersteller werden die Standards  IEEE802.11 b/g/n im 2,4GHZ-Band und IEEE802.11 ac/an/a im 5GHz-Band unterstützt. So sollen Datenraten von 450 MBit/s bzw. 1300 MBit/s möglich sein. Ehrlicherweise weist AVM auf der Kartonunterseite auf den theoretischen Charakter dieser Angaben hin.

Selbstverständlich ist eine Verschlüsselung des WLAN-Signals WPA oder WPA2 möglich. Zukunftssicher ist der Repeater durch seine Update-Fähigkeit und durch die Unterstützung des IPv6-Standards.

Alle wichtigen Merkmale und Daten sind auf dem Karton vermerkt und machen neugierig auf den Funktionsumfang des Gerätes. So ist neben der Repeaterfunktion auch der Einsatz als LAN-Brücke möglich, um Geräte ohne WLAN-Modul in entfernten Räumen ins Heimnetzwerk einzubinden. Einzige Voraussetzung für den Betrieb ist eine 230-Volt-Steckdose.

Weitere Informationen finden sich in dem beiliegenden Booklet. Dort sind nach kurzen Sicherheitshinweisen und grundlegenden Bemerkungen zum Einsatz eines Repeaters alle Betriebsarten und alle Möglichkeiten zur Einrichtung des „FRITZ!WLAN Repeaters 1750E“ übersichtlich und verständlich erklärt.

Außer der Einrichtung per WPS-Taster kann die Einbindung des Repeaters ins heimische WLAN-Netz per WLAN oder LAN mit Hilfe eines Browsers erfolgen. Dazu gibt es eine Gigabit-LAN-Buchse am Repeater, die dann auch für den Betrieb als LAN-Brücke verwendet wird.

Auf der Vorderseite des Repeaters befindet sich die große und gut ablesbare Anzeige für die Stärke des WLAN-Empfanges, der WPS-Taster und drei LEDs – je eine für Power, WLAN und LAN.  Zur Rücksetzung auf die Werkseinstellungen kann der WPS-Taster für 15 Sekunden gedrückt werden.

AVM Fritz WLAN-Repeater 1750E

Der AVM Fritz WLAN-Repeater 1750E nach dem Auspacken

Repeater einrichten (WPS und manuell): Die Installationsanleitung zeigen

Repeater einrichten (WPS und manuell)

So richten Sie den Repeater schnell per WPS ein:

  1. Informieren Sie sich über das Vorgehen zum Aktivieren der WPS-Funktion Ihres Routers.
  2. Stecken Sie den Repeater in eine Steckdose in Sichtweite zum Router. Die Power- und die WLAN-LED leuchten kurz darauf dauerhaft. Der Repeater zeigt ebenfalls die Signalstärke an. Für eine gute Funktion sollten drei von fünf Balken der Statusanzeige sicher leuchten. Dann ist der Repeater bereit zur Einrichtung.
  3. Nun drücken Sie den WPS-Taster am Repeater für  6 Sekunden bis die WLAN-LED und die Statusanzeige blinken.
  4. Jetzt aktivieren Sie am Router WPS und warten ab, bis die WLAN-LED dauerhaft leuchtet.
  5. Nun können Sie den „FRITZ!WLAN Repeater 1750E“ an den Einsatzort umstecken. Auch dort sollten mindestens drei der fünf Statusanzeigebalken leuchten.

Mit einem FRITZ!-Router klappte das bei uns sofort. Zur Verbindung mit einem Router einer anderen Marke brauchten wir zwei Versuche.

Sie können den Repeater auch manuell mit Hilfe eines Notebooks oder Smartphones einrichten:

 

  1. Legen Sie die Zugangsdaten für Ihr WLAN bereit.
  2. Stecken Sie den Repeater in eine 230-Volt-Steckdose in Sichtweite des Routers und warten Sie, bis die Power- und die WLAN-LED dauerhaft leuchten.
  3. Lassen Sie sich im Notebook/Smartphone die verfügbaren WLAN-Netzwerke anzeigen. Der Repeater wird als „Fritz!WLAN Repeater 1750E“ angezeigt.
  4. „Verbinden“ Sie sich. Sie werden anschließend nach dem WLAN-Netzwerkschlüssel für den Repeater gefragt. Diesen finden Sie auf dem Aufkleber auf der Rückseite des Repeaters. Geben Sie ihn ein.
  5. Daraufhin erscheint der Status  „verbunden“.
  6. Nun starten Sie den Internet-Browser und geben in die Adresszeile  „fritz.repeater“ ein. Achten Sie darauf, dass der Browser nicht automatisch ein „www“ davor setzt.
  7. Der Repeater meldet sich mit „Willkommen“ und fordert Sie zur Vergabe eines Passwortes auf. Notieren Sie sich dieses am besten sofort.
  8. Die empfohlene Betriebsart „Frequenzbänder flexibel nutzen“ können Sie zunächst so belassen. Wählen Sie Ihr Netz aus, mit dem Sie sich verbinden möchten.
  9. Geben Sie nun den WLAN-Netzwerkschlüssel Ihres WLAN-Netzes ein und bestätigen Sie alle Eingaben.
  10. Warten Sie danach einen Augenblick, bis der Repeater die Signalstärke dauerhaft anzeigt. Am Router ist der Repeater nun als „fritz repeater“ angemeldet.
  11. Abschließend können Sie den Repeater am Einsatzort einstecken. Achten Sie dabei auf die Signalstärkenanzeige von mindestens drei Balken.

 

Die Einrichtung mittels Computer und LAN-Kabel ist nach dem gleichen Vorgehen möglich.

Für eine gute Funktion sind keine weiteren Einstellungen nötig. Wollen Sie eigene Anpassungen und Einstellungen vornehmen, so ist auch das leicht möglich.

Schauen Sie im Router nach der IP-Adresse vom „fritz.repeater“ und geben diese in die Adresszeile des Browsers ein. Nun können Sie die Einstellungen selbst bearbeiten. Vorher lohnt sich ein Blick auf „WLAN / Funkkanal / WLAN-Störeinflüsse einblenden“. So erhalten Sie eine komplette Übersicht über die genutzten Kanäle auch der Nachbarfunknetzwerke.

Testwerte und Leistung

Leistung im 2,4-GHz-Band

Ausgangspunkt unserer Messungen war ein schwacher WLAN-Empfang  im 2,4 GHz-Band mit einer geringen Übertragungsgeschwindigkeit von rund 4 MBit/s (UDP) und von etwa 3  MBit/s (TCP). Das entspricht etwa der Situation, wie sie hinter insgesamt vier Wänden zu erwarten ist (natürlich abhängig vom Material). Hin und wieder brach dabei der Kontakt zum Internet ab.

Nach der Einrichtung des Repeaters und der Verbindung des Notebooks per WLAN mit dem Repeater erfolgten neue Messungen bei sonst gleichen Bedingungen. Diesmal verbesserte sich durch den optimal positionierten Repeater der Datendurchsatz auf 28 MBit/s (UDP) und auf 25 MBit/s (TCP). Das ist eine Verbesserung auf das 7- bis 8-fache und ein sehr gutes Ergebnis in unserem Testfeld.

Bei geringeren Wandstärken und Abnahme sonstiger Störungen ist entsprechend mehr Datendurchsatz zu erwarten. Maximal, also ohne störende Einflüsse durch Wände erreichte der Repeater 110 MBit/s (UDP) und 102 MBit/s (TCP).

Leistung im 5-GHz-Band

Die Ausgangssituation war der schwache WLAN-Empfang hinter nur zwei Wänden, da 5 GHz sehr stark von den vorherigen vier Wänden absorbiert wurden und kaum durchdrangen. Nach der Einrichtung des Repeaters und der Verbindung des Notebooks per LAN mit dem Repeater (damit ohne Aufrüstung des Notebooks auf das 5-GHz-Band der größtmögliche Datendurchsatz erreicht wird) erfolgten neue Messungen. So wurde eine Datenrate von hervorragenden 125 MBit/s (TCP) erreicht. Bei geringeren Wandstärken und Abnahme sonstiger Störungen steigerte sich die Datenrate auf 130 MBit/s (TCP).

Leistung beim Crossband-Repeating

Die Ausgangssituation beim dritten Testlauf war wieder der schwache WLAN-Empfang hinter vier Wänden mit 4 MBit/s (UDP) und 3 MBit/s (TCP). Das Notebook arbeitete weiterhin im 2,4-GHz-Band.

Nach der Auswahl von „Crossband-Repeating“ im Repeater, der Wahl eines optimalen Standpunktes und nach der Einstellung, dass der Router nur das 5-GHz-Band (Crossband-Repeating) nutzen soll, erfolgten neue Messungen. So wurde eine Datenrate von 48 MBit/s  (UDP) und 46 MBit/s (TCP) gemessen. Damit konnte eine Verbesserung gegenüber der Ausgangslage um das 12- bis 15-fache erreicht werden. Diese Ergebnisse wurden, wie schon erwähnt, ohne Aufrüstung des Notebooks auf das 5-GHz-Band erreicht.

Mit der empfohlenen Einstellung „Frequenzbänder flexibel nutzen“ ergaben sich ähnlich gute Werte.

Effektive Nutzung der Leistungsfähigkeit des FRITZ!WLAN Repeaters 1750E

FRITZ!WLAN Repeater 1750E im Crossband-Repeating

Unser Tipp: Wenn Ihre Hardware beide Frequenzbänder nutzen kann und Sie weitgehend ohne LAN-Kabel arbeiten möchten, lohnt es sich mit „Crossband-Repeating“ zu arbeiten. Dann können Sie zum Beispiel Ihren Router mit dem Repeater über das 5-GHz-Band koppeln während Sie den Repeater mit Ihrem Notebook über das 2,4-GHz-Band verbinden. So sind deutliche Verbesserungen der Datenübertragungsrate möglich, wie unsere Messungen überzeugend zeigen.

DIe Funktionsweise von Crossband-Repeating sollte in der schematischen Übersicht rechts besser zu verstehen sein:

Leistungsaufnahme („Stromverbrauch“)

Der Stromverbrauch im Sendebetrieb liegt um 30 mA und verringert sich im Ruhezustand auf etwa 20 mA. Das ergibt eine Leistungsaufnahme von 7 Watt bzw. 5 Watt. Damit fallen pro Jahr rund 15 Euro Stromkosten an, wenn der Repeater immer in der Steckdose verbleibt. Der „FRITZ!WLAN Repeater 1750E“ ist relativ groß und kann bei einer Steckdose-Schalter-Kombination den Schalter teilweise oder ganz verdecken.

Ein herausragendes Merkmal des „FRITZ!WLAN Repeaters 1750E“ ist die 5-Jahre-Herstellergarantie. Heben Sie also den Kassenzettel bzw. die Rechnung gut auf, auch wenn der Garantiefall wahrscheinlich nicht eintreten wird.

Fazit: Test des FRITZ!WLAN Repeater 1750E

Der recht große Repeater überzeugt mit sehr guten Ergebnissen und breitem Funktionsumfang. Die Einrichtung per WPS oder manuell ist schnell und einfach durchzuführen. Das beiliegende deutsche Booklet hilft bei der Ersteinrichtung mit verständlichen und übersichtlichen Texten. Durch die werksseitigen Voreinstellungen werden deutliche Verbesserungen der Datenraten im 2,4-GHz-Band, im 5-GHz-Band und beim Crossband-Repeating erzielt. Auch bei eigenen Anpassungen des Repeaters helfen das übersichtliche Menü und die vielfältigen Optionen. Die LED-Anzeigen sind eindeutig und sehr gut ablesbar. Besonders die Signalstärkenanzeige unterstützt Sie bei der optimalen Positionierung des FRITZ!WLAN Repeaters 1750E.

Die deutliche Verbesserung der Datenraten durch den Repeater, seine einfache Bedienung und die 5-Jahre-Herstellergarantie führen trotz des relativ hohen Preises zu einer klaren Kaufempfehlung durch uns, wenn Sie maximale Anforderungen an die Schnelligkeit Ihres WLAN-Heimnetzes  haben.

In unserer Bewertung nach Punkten erhielt der FRITZ!WLAN Repeater 1750E sehr gute 83 von 100 Punkten.

Vom 1750 gibt es auch noch eine Variante mit DVB-C-Kabeltuner – so können Sie Kabelfernsehen über das WLAN streamen, das Gerät haben wir hier getestet.

 

Noch einmal die wichtigsten Daten im Überblick:

  • Hervorragende Verstärkung des WLAN-Signals
  • Crossband-Repeating mit dem 2,4-GHz- und dem 5-GHz-Band
  • Einsatz als Repeater, Router und LAN-Brücke
  • Einfache Einrichtung dank deutscher Anleitung
  • 5 Jahre Herstellergarantie
  • Relativ großer Repeater
  • Erprobte Software und Infratsruktur, sehr gute Kompatibilität mit Fritzboxen

Ressourcen und Ergänzungen:

Test-Video mit den wichtigsten Fakten zum Fritz WLAN-Repeater 1750E

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